Was für Unterschiede bestehen zwischen den Generationen?

- Unterschiede zwischen den Generationen
In einem Interview der NZZ mit Urs Gasser, einem der Autoren von Generation Internet, wird der sorglosere Umgang mit Daten bei den Digital Natives erwähnt. Das Interview ist im NZZ Archiv online zu finden, aber nur gegen Bezahlung erhältlich. Der Umgang jedes Einzelnen hängt oftmals auch mit den gemachten Erfahrungen zusammen. Es gibt Jugendliche, die ihre Daten nur ihren Freunden zugänglich machen. Andere stellen einfach alles ins Internet, was irgendwie einen Zusammenhang mit der eigenen Person hat. Manchmal passiert es dann, dass bei einer Stellenbewerbung der zukünftige Arbeitgeber im Internet nach dem Bewerber sucht. Dies kann zu peinlichen Situationen führen, wenn man nicht aufpasst, was man alles ins Web stellt. Darauf sollte man immer vorbereitet sein.
Ältere Generationen sind da etwas misstrauischer in Bezug auf ihre Daten. Gibt man nur das Allernötigste an, reicht dies meist völlig aus. Das Einschränken des ganzen Profils kann aber auch den Eindruck erwecken, man habe etwas zu verbergen. Ein gesundes Mittelmass ist hier also von Vorteil.
E-Banking ist ein gutes Stichwort zum Datenschutz. Dies ist ein heikler Bereich, wo Vertrauen eine wichtige Rolle spielt und persönliche Daten nicht öffentlich werden sollten. Meiner Meinung nach nutzen eher jüngere Personen diese Dienstleistung oder Menschen, die wenig Zeit haben und ihre Zahlungen vielleicht erst nach Ladenschluss oder am Wochenende erledigen können. Viele ältere Generationen gehen lieber noch persönlich zur Post- oder Bankstelle. Die Sicherheit beim E-Banking nimmt jedoch zu und es ist auch bequem. Das empfinde ich jedenfalls so.
Viele digital Eingeborene hören meist neben dem E-Banking im Internet noch Musik und laden sich den neusten Hit als Klingelton für ihr Mobiltelefon herunter. Dieses Multitasking ist mit der heutigen Technik kein Problem mehr. Früher wäre dies gar nicht möglich gewesen oder es hätte Stunden in Anspruch genommen.
Problematisch wird es jedoch, wenn das Urheberrecht verletzt wird, beispielsweise wenn kostenlos Musik gedownloadet (für Digital Immigrants heruntergeladen;-) wird. Brennt man diese dann auch noch auf CD und gibt sie an alle seine Freunde weiter, ist man kriminell. Vielen ist dies nicht bewusst oder ganz gleichgültig, da man ja nicht direkt einer Person Schaden zufügt sondern nur indirekt dem Kontostand der Person oder Plattenfirma. Die meisten Musikanbieter haben deshalb Massnahmen ergriffen, um dies einzuschränken. Viele rechtliche Fragen sind aber nicht so einfach zu lösen, da das Internet international genutzt wird und je nach Land andere Vorgaben gelten.
Ich denke es kommt auch auf die Einzelperson an, wie man sich im Umgang mit den oben genannten Themenpunkten verhält. Die Erziehung spielt auch eine grosse Rolle. Man kann nicht sagen, dass sich ein 35-Jähriger und ein 21-Jähriger genau so und so verhalten, weil sie zu dieser oder jener Generation gehören. Die Ordnung nach Generationen ist jedoch gut, um eine Grobeinteilung zu haben, an der man sich orientieren kann.
Je mehr die Zeit vergeht, um so besser kennen sich inzwischen auch ältere Generationen mit dem Internet und der dazugehörigen Technik aus. Die Grenzen verwischen irgendwann einmal völlig. Im Moment herrscht bei uns noch Digital Divide zwischen den Generationen. Doch dieser Graben wird immer kleiner. Immer mehr Digital Natives werden erwachsen und kennen sich gut aus mit dem Internet.
Man sollte aber auch global denken. Es gibt immer noch einen grossen digitalen Graben zwischen 1. und 3. Welt. Bestrebungen, diesen zu beheben sind lobenswert. Doch bevor man den Graben schliessen kann, gibt es noch andere weitaus wichtigere Probleme in den Drittweltländern zu lösen wie Hunger und Krankheit.